Kosten einer PV-Freiflächenanlage
Investition, Einspeisevergütung, Amortisation und steuerliche Vorteile im Überblick
In Zeiten steigender Energiekosten und der dringenden Notwendigkeit der Energiewende rücken Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-Freiflächenanlagen) immer stärker in den Fokus von Investoren, Landwirten und Kommunen. Doch welche Investitionen sind tatsächlich nötig, und ab wann rechnet sich ein Solarpark? Dieser Leitfaden gibt Ihnen einen detaillierten Überblick über die Kosten einer PV-Freiflächenanlage, aktuelle Fördermöglichkeiten und die Wirtschaftlichkeit.

Das Wichtigste in Kürze zu den Kosten einer PV-Freiflächenanlage
Bevor wir in die Details gehen, hier die zentralen Fakten auf einen Blick:
- Typische Investitionskosten: Große Freiflächenanlagen liegen aktuell zwischen 550 € und 750 € pro Kilowatt-Peak (kWp).
- Kosten pro Hektar: Je nach Anlagendesign und Technik müssen Sie mit 600.000 € bis 800.000 € pro Hektar rechnen.
- Wirtschaftlichkeit: Dank sinkender Systempreise und stabiler Erträge aus der Direktvermarktung oder dem EEG erreichen Solarparks oft eine Amortisation nach 8 bis 15 Jahren.
- Steuervorteile: Durch Instrumente wie den Investitionsabzugsbetrag (IAB) und die Sonder-AfA können Investoren bereits in der Startphase des Investments mehr als 50 % der Kosten steuerlich geltend machen.
Was kostet eine Photovoltaik-Freiflächenanlage?
Die Kosten einer PV-Freiflächenanlage sind in den letzten Jahren massiv gesunken. Während Dachanlagen aufgrund der komplexeren Montage oft über 1.200 € pro kWp kosten, profitieren Freiflächenprojekte von enormen Skaleneffekten.
Die Gesamtkosten hängen dabei maßgeblich von folgenden Faktoren ab:
- Anlagengröße: Je größer die Fläche, desto geringer die Kosten pro installierter Einheit (kWp).
- Geländebeschaffenheit: Ebene Flächen ohne Verschattung minimieren die Kosten für das Montagegestell.
- Netzanschlusspunkt: Die Entfernung zum nächsten Einspeisepunkt ist ein entscheidender Kostentreiber.
Übersicht: Kosten einer PV-Freiflächenanlage je nach Leistung
In der folgenden Tabelle finden Sie Richtwerte für die Investitionskosten (Stand 2025):
Hinweis: Die Richtwerte orientieren sich an Zahlen vom Fraunhofer Institut und aktuellen Branchenübersichten, wie von Checkfox, C.A.R.M.E.N. e. V. und SolarPro. Ein Hektar (10.000 m²) bietet Platz für ca. 800 bis 1.200 kWp, abhängig von der Modul-Effizienz und dem Reihenabstand. Für die Berechnung wurde von einer Leistung von 1.000 kWp/Hektar ausgegangen.
Zusatzkosten: Welche Kosten kommen noch auf Sie zu?
Neben den reinen Anschaffungskosten für die Technik machen die sogenannten Soft Costs einen erheblichen Teil der Investition aus. Diese beinhalten die Planung und Projektentwicklung, Genehmigungsverfahren, Netzanschluss, Installation und Inbetriebnahme. In reifen Märkten wie Deutschland belaufen sich diese Kosten auf bis zu 15 % der Gesamtkosten.1
- Planung & Genehmigung: Baugenehmigungsverfahren, Umweltgutachten und Netzverträglichkeitsprüfungen können je nach Komplexität und Anlagengröße zwischen 10.000 € und 50.000 € kosten.2
- Pachtkosten: Sofern die Anlage nicht auf eigenem Grund errichtet wird, ist die Flächenpacht ein wesentlicher laufender Kostenfaktor. Die Preise sind durch die hohe Nachfrage in den letzten Jahren deutlich gestiegen. In Deutschland liegen die Pachtpreise 2025 meist zwischen 3.000 € und 5.000 € pro Hektar und Jahr.3
- Wartung & Betrieb: Ein Solarpark ist ein technisches Kraftwerk, das kontinuierlich überwacht und gepflegt werden muss, um die prognostizierten Erträge zu sichern. Diese Betriebskosten belaufen sich jährlich auf ca. 2 % der Investitionssumme.4
Gibt es Förderungen für die Kosten einer Freiflächenanlage?
Ja, der Staat unterstützt den Ausbau der erneuerbaren Energien und somit auch die Investitionskosten einer PV-Freiflächenanlage über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
- Einspeisevergütung und Marktprämie: Für Anlagen bis 100 kWp gibt es feste Vergütungssätze ohne Ausschreibung. Aktuell liegen diese für PV-Freiflächenanlagen bei 6,32 Cent/kWh. Für Anlagen bis zu 1.000 kWp, die in der Direktvermarktung sind, gilt die sogenannte Marktprämie, welche die Differenz zwischen dem tatsächlichen Börsenpreis (Marktwert) und der anlagenspezifischen Förderhöhe ausgleicht. Die Marktprämie beträgt 6,72 Cent/kWh für Anlagen, die ab August 2025 in Betrieb genommen wurden.5
- Ausschreibungen: Größere Anlagen müssen an Ausschreibungen teilnehmen, um sich die Marktprämienförderung zu sichern. Hier bestimmt der Wettbewerb den Preis. Die Höchstwerte für 2025 wurden von der Bundesnetzagentur auf 6,80 Cent/kWh für das erste Segment festgelegt6. Dieser Preisdeckel ist das Maximum, das ein Investor für seinen Strom verlangen darf, um eine Förderung zu erhalten.
- KfW-Kredite: Das Programm Erneuerbare Energien – Standard (270) bietet zinsgünstige Darlehen für die Finanzierung von Photovoltaik-Großprojekten.7
- Förderung für unterschiedliche Standortarten (Solarpaket I): Das im Jahr 2024 verabschiedete und 2025 voll wirksame Solarpaket I der Bundesregierung hat die Förderkulisse für Freiflächen massiv erweitert (z.B. für Agri-PV, Floating-PV und Parkplatz-PV).8
Wie wirtschaftlich ist eine Freiflächenanlage?
Die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit einer PV-Freiflächenanlage folgt einer klaren Logik: Den einmaligen Investitionskosten und laufenden Betriebskosten stehen langfristig kalkulierbare Erträge gegenüber. Je nach Anlagengröße unterscheidet sich jedoch der Weg zu dieser Sicherheit. Die Rendite einer PV-Freiflächenanlage ist zwar nicht „spekulativ hoch“, dafür aber über einen langen Zeitraum hinweg kalkulierbar – sofern man den richtigen Weg zur Förderung wählt.
Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus dem Zusammenspiel von drei Faktoren:
- Einmalige Investition: Kosten für Bau, Planung und Netzanschluss.
- Laufende Kosten: Wartung, Versicherung und Pacht (ca. 13,3 € pro kWp laut Fraunhofer ISE9).
- Einnahmensicherung: Die Absicherung des Strompreises für 20 Jahre über das EEG oder die Direktvermarktung des Stroms.
Die Rendite speist sich dabei aus drei Hauptquellen:
- Staatlich garantierte Einspeisevergütung: Sicherheit durch das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)
- Direktvermarktung: Erlöse durch den Verkauf des Solarstroms an der Strombörse.
- Eigenverbrauch: Möglichkeit zur direkten Stromversorgung angrenzender Gewerbebetriebe oder Quartiere zur Einsparung teurer Netzentgelte
Der Weg zu gesicherten Einnahmen unterscheidet sich dabei grundlegend durch die Anlagengröße.
Kleine Freiflächen (bis 1.000 kWp): Diese Anlagen haben einen direkten gesetzlichen Anspruch auf eine Einspeisevergütung (bis 100 kWp Anlagenleistung) oder eine Marktprämie. Da sie nicht an Ausschreibungen teilnehmen müssen, steht der anzulegende Wert bereits vor Baubeginn fest. Das bietet maximale Planungssicherheit.
Große Freiflächen (über 1.000 kWp): Hier ist die 20-jährige Preissicherung an einen Ausschreibungserfolg gekoppelt. Große Anlagen erhalten nur dann eine Marktprämie, wenn sie einen Zuschlag in der Ausschreibung der Bundesnetzagentur erhalten. Zudem bietet sich hier die Chance, höhere Stromerlöse zu erzielen, z. B. über die Direktvermarktung und Power Purchase Agreements (PPAs).
Während kleine Anlagen von festen Sätzen profitieren, erzielen große Solarparks ihre Wirtschaftlichkeit durch extrem niedrige Stromgestehungskosten (LCOE), die laut Fraunhofer ISE (2024/2025) inzwischen bei ca. 4,1 bis 6,9 Cent pro kWh liegen.9
Einspeisevergütung und Stromvermarktung: Das finanzielle Fundament
Die Einspeisevergütung ist eines der wichtigsten Instrumente zur Absicherung einer Investition in eine PV-Freiflächenanlage. Hierbei gibt es zwei Wege:
- Feste Vergütung (bis 1 MWp): Anlagen bis zu einer Leistung von 1.000 kWp erhalten eine gesetzlich fixierte Vergütung, z. B. im Rahmen der Einspeisevergütung oder der Marktprämie. Für Inbetriebnahmen ab August 2025 liegt dieser Satz bei 6,32 Cent/kWh (Einspeisevergütung) und 6,72 Cent/kWh (Marktprämie).5
- Ausschreibungsverfahren (> 1 MWp): Größere Solarparks müssen an Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teilnehmen. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag zuletzt bei 4,84 Cent/kWh (Juli 2025).10
Wichtig: Für besondere Konzepte wie Agri-PV (Landwirtschaft + Solar) sieht das Solarpaket I zusätzliche Boni und höhere Höchstwerte vor, um die etwas höheren Freiflächen Photovoltaik Kosten dieser Bauart auszugleichen.8
Betreiber größerer Anlagen können auch über eine smarte Stromvermarktung, z. B. über PPAs, hohe Erlöse für den erzeugten Solarstrom erzielen und somit die Rendite des Solarparks zusätzlich steigern.
Amortisationszeit: Wann ist der Break-even erreicht?
Die Amortisationszeit beschreibt den Zeitraum, nach dem die kumulierten Einnahmen die ursprüngliche Investition sowie die laufenden Kosten decken.
Für moderne Freiflächenanlagen im Jahr 2025 gilt:
- Typischer Zeitraum: Unter Berücksichtigung der gesunkenen Modulpreise amortisieren sich effiziente Anlagen meist nach 8 bis 15 Jahren.
- Hebel Eigenverbrauch: Kann ein Teil des Stroms direkt vor Ort (z. B. an ein Industrieunternehmen via PPA) verkauft werden, kann sich die Amortisationszeit auch verkürzen, da hier Preise erzielt werden können, die deutlich über der staatlichen Vergütung liegen. Auch ein Batteriespeicher an der PV-Anlage kann die Amortisationsphase verkürzen.
Weitere Faktoren für eine schnelle Amortisation:
- Stromertrag: Ein guter Standort mit hoher Sonneneinstrahlung sorgt für höhere Stromerträge.
- Steuerliche Effekte: Durch den IAB können Sie die Liquidität in der Startphase massiv erhöhen, was die kalkulatorische Amortisation beschleunigt.
Beispielrechnung: Wann lohnt sich ein PV-Investment?
Angenommen, Sie investieren in eine mittlere Anlage (1 MWp) auf ca. 1 Hektar:
- Investitionskosten: 650.000 € (inkl. Netzanschluss)
- Jahresertrag: 1.000.000 kWh (1.000 kWh/kWp)
- Erlös (EEG): 67.200 € pro Jahr (bei 6,72 Cent/kWh)
- Betriebskosten: -13.300 € pro Jahr9
- Cashflow: 53.900 € p.a.
- ROI (Return on Investment): Die Anlage hat sich nach etwa 12,1 Jahren bezahlt gemacht.
Für die verbleibenden rund acht Jahre im Rahmen der EEG-Förderung bleibt die Anlage ein reiner Gewinnbetrieb. Berücksichtigt man die Degression, also den natürlichen Leistungsverlust der Solarmodule über die Zeit (ca. 0,5 % pro Jahr), erwirtschaftet die Anlage in den acht Jahren nach der Amortisation einen Gewinn von rund 390.000 € vor Steuern. Da Solaranlagen 25 bis 30 Jahre betrieben werden können, können auch im Anschluss an die EEG-Phase weiterhin Erträge erwirtschaftet werden, z. B. durch einen PPA-Vertrag oder einen Verkauf an der Strombörse.
Alternative: Photovoltaikinvestments mit reQ
Um die Kosten für eine ganze PV-Freiflächenanlage zu decken, sind hohe Investitionen und eine große Fläche notwendig. Hier bietet reQ eine attraktive Lösung für Investoren, Rendite mit Wirkung zu verknüpfen. Anstatt die Kosten für eine komplette PV-Freiflächenanlage allein zu tragen, können Sie sich über Direktinvestments an professionell projektierten Solarparks beteiligen. Damit werden Sie selbst zum Naturstromproduzenten, leisten einen Beitrag zur Energiewende und setzen auf eine Ressource mit stabil wachsender Nachfrage.
Ihre Vorteile mit reQ:
- Grundbuchabsicherung: Ihr Investment ist dinglich besichert.
- Geringere Einstiegshürden: Sie partizipieren an Großanlagen, ohne selbst zum Bauherren werden zu müssen.
- Steueroptimierung: Profitieren Sie von Abschreibungsmodellen wie dem IAB, genau wie ein Großinvestor.
- Rundum-sorglos-Paket: reQ kümmert sich gemeinsam mit dem Projektpartner um alle mit dem Investment verbundenen Prozesse, wie u. a. Genehmigungen, Bau der Anlage, laufenden Wartung, Reinigung bei Bedarf und Vertragsmanagement.




